Im zweiten Teil unserer kleinen Serie zum Thema Social Networks möchte ich mich zunächst dem aktuell wohl am meisten diskutierten Kanal widmen. Twitter. Zwar gehört Twitter eigentlich mehr in den Bereich Microblogging, aber etwas großzügiger betrachtet gehört auch Twitter zu den Kanälen, die man im Rahmen der Web 2.0 Kommunikation nutzen kann oder sollte.
Was ist Twitter? Viele unserer Kunden oder aber auch meiner Bekannten und Kollegen kennen Twitter vom Namen her, haben allerdings keine Vorstellung davon, wie und wo Twitter dem eigenen Unternehmen helfen könnte.
Die Antwort danach, was twitter ist, liefer wieder einmal die Enzyklopädie Wikipedia
Twitter ist ein soziales Netzwerk und ein Mikro-Blogging-Dienst. Angemeldete Benutzer können Textnachrichten mit maximal 140 Zeichen senden und die Nachrichten anderer Benutzer empfangen. Die Nachrichten werden „Updates“ oder „Tweets“ (engl. to tweet, deutsch zwitschern) genannt. Das soziale Netzwerk beruht darauf, dass man anderen Benutzern folgt (engl. „following“), das heißt die Updates anderer Benutzer abonniert. Benutzer, die den eigenen Updates folgen, nennt man „Follower“. Auf der Twitter-Startseite kann man Updates eingeben und die Updates der Personen, denen man folgt, nach der Zeit sortiert sehen. Der Absender kann entscheiden, ob er die Updates allen zur Verfügung stellen oder den Zugang auf eine Freundesgruppe beschränken will.
Darüber hinaus möchte ich auf eine Präsentation hinweisen, die den genauen Ablauf von Twitter etwas bildhafter erklärt:
Aber wie und wo kann man nun Twitter im unternehmerischen Bereich einsetzen?
Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Unternehmen nutzen Twitter teilweise um die eigenen Informationen mitzuteilen. Hierzu ein kleines Beispiel: Der TV Sender N24 gehört auch zu den Twitteren. Sämtliche Beiträge, welche auf der N24 Homepage veröffentlicht werden, werden auch getwittert. Das bedeutet, dass man als “Follower” von N24 direkt über einen neuen Artikel informiert wird. Kurz und knapp mit 140 Zeichen.
Der Nutzen ist entsprechend hoch. Denn nicht alle Twitterer und Follower von N24 würden ansonsten regelmäßig auch auf die Seite von N24 schauen. Auf diese Weise schafft es die Redation von N24 jedoch über die Artikel und Beiträge zu informieren.
Aber auch auf andere Weise wird Twitter in Unternehmen eingesetzt. So gibt es Mitarbeiter in Unternehmen, die Twitter nicht nur unternehmerisch, sondern teilweise auch privat nutzen. So informieren sie über aktuelle Gemütszustände oder aber in allgemeiner Form über ihre aktuelle Tätigkeit. So habe ich von Journalisten schon Tweets gelesen, in welchen sie darüber berichteten, welche Artikel sie für welche Zeitung aktuell verfassten.
Das Prinzip von Twitter ist also dahin ausgerichtet möglichst schnell Informationen streuweise zu verbreiten. Man erreicht auf diese Weise Menschen, die man sonst gar nicht oder nur sehr schwer erreichen würde.
Die Einsatzmöglichkeit anhand eines konkreten Beispiels:
Die Einsatzmöglichkeiten von Twitter möchte ich nun noch etwas konkreter anhand eines kleinen Beispiels in einem fiktiven Unternehmen aufzeigen. Ziel dieses Unternehmens ist es, Besucher für die eigene Homepage zu gewinnen bzw. die Präsenz zu steigern. Ein gängiges Ziel vieler kleiner und mittelständischer Unternehmen. Beispielhaft gehen wir von 5 Mitarbeitern aus.
Vorab sollte man sich bewußt machen, dass es im Internet für jede Information, sei sie auch noch so banal, dankbare Leser gibt.
Wenn ein Mitarbeiter nun täglich mehrmals twittert, also beliebige 140-Zeichen lange Nachrichten über die aktuelle Tätigkeit oder aktuell angebotene Produkte an die Twitter-Gemeinde schicken würde, werden über kurz oder lang einige Menschen darauf aufmerksam. Sie werden diese Informationen lesen und ein “Follow” einrichten, so dass sie die Nachrichten dieser Mitarbeiter regelmäßig erhalten. Die Konsequenz: Ein neuer Kanal ist eröffnet und man kann die Informationen aus dem eigenen Unternehmen direkt, kostenlos und ohne Zwischenschritte an diese Menschen senden. Und da in meinem Beispiel 5 Mitarbeiter angedacht waren, müsste man das alles nun mit 5 multiplizieren.
An dieser Stelle noch ein kleiner Trick: Richtet man selbst Follows ein, erhält man nicht nur die jeweiligen Informationen desjenigen, dem man folgt, sondern derjenige erhält auch eine Information, z.B. per E-Mail, dass man dem Tweet nun folgen wird. Bei vielen Twittern ist die Neugier dann so groß, dass man erstmal selbst ein Follow desjenigen, der einem folgt, einrichtet. Und schon hat man einen weiteren Leser gewonnen.
Einige Twitter Tools
Nun möchte ich noch einige Tools für Twitter vorstellen, denn Twitter kann in jeder Form eingebunden werden. Im eigenen Blog, in seinem Mailprogramm oder aber auch im Browser. Natürlich gibt es auch verschiedene Applikationen, die man als Stand-Alone Programm nutzen kann.
TweetScan ist eine Suchmaschine für Twitter-Einträge.
Twitter Search ist die Original-Suchmaschine für Twitter.
TwitterFox auch bekannt als TwitterNotifier funktioniert wie der GoogleNotifier und erzeugt im Browser rechts unten eine keine blaue Anzeige, mit dem man über das Gezwitscher seiner Follower und Freunde informiert bleibt.
Firefox Search Plugin erzeugt Tweets direkt aus dem aktuellen Suchfeld im Browser.
TwitterLocal findet über die PLZ heraus, wer in der Nähe gerade ebenfalls twittert.
Tweetbar erzeugt eine Seitenleiste, in der man seine Tweets und die seiner Freunde im Auge behält.
Twitzer ermöglicht Texte zu twittern, die länger als 140 Zeichen sind. Dazu werden diese zunächst gespeichert und anschließend ein Link dazu getwittert.
Tweet-Rank liefert eine Bewertung der persönlichen Twitter-Aktionen basierend auf der Veränderung der Followeranzahl. Nach dem Start kann man sehen, welche Auswirkung einzelne Tweets auf die Followeranzahl haben oder auch welche Auswirkung Freundschaftsanfragen auf die Followerzahl haben.
Twhirl ist ein umfangreiches Desktop-Werkzeug für Twitter. Tweets durchsuchen, Bilder bloggen, Farbschemata ändern, mehrere Accounts verknüpfen… alles drin. Wer sich für solche Applikationen interessiert, sollte sich auch TweetDeck, Twibble, Snitter, TwitterAIR oder Tweetr ansehen.
TwitterBrowser ermöglicht den eigenen Followern grafisch zu folgen.
TwitterMail erzeugt eine persönliche E-MailAdresse. Was an diese Adresse gemailt wird, erscheint dann automatisch bei Twitter.
TwitterBerry - Twittern mit dem BlackBerry.
Cellity - Twittern mit dem Handy.
Die Twitter Befehle
Abschließend möchte ich nun noch die wichtigsten Twitter - Befehle kurz vorstellen mit denen man Twitter bedient.
- @Nutzername bedeutet, dass man den Eintrag direkt an den Twitter-Nutzer nach dem @-Zeichen richtet – entweder als Auftakt einer Konversation oder als Antwort. Um zu verfolgen, wer darauf geantwortet hat, gibt es etwa Quotably.
- d Nutzername sendet ebenfalls eine direkte Nachricht an einen anderen Nutzer – allerdings unsichtbar für alle anderen. Hat der Empfänger erlaubt solche Nachrichten aufs Handy zu bekommen, lässt sich der Befehl auch als Gratis-SMS-Ersatz nutzen.
- get Nutzername zeigt den jüngsten Eintrag des gesuchten Twitter-Nutzers an.
- follow Nutzername sorgt dafür, dass man der betreffenden Person folgt, also künftig des Tweets mitliest.
- leave Nutzername oder auch off Nutzername ist der Gegenbefehl dazu: Damit werden die Device-Updates des jeweiligen Nutzers wieder abgeschaltet.
- off oder stop oder sleep ohne jeden Zusatz schaltet sämtliche Device-Updates aus.
- on oder start oder wake schaltet sie wieder ein.
- track Wort spült einem sämtliche künftigen Einträge zu, die das entsprechende Wort enthalten.
- untrack Wort hebt den vorherigen Befehl wieder auf.
- untrack all oder track off beendet die Nachverfolgung aller Suchbegriffe.
- nudge Nutzername fordert die jeweilige Person auf, ein Update zu schreiben. Kann aber auch zur Nötigung missbraucht werden.
- stats erzeugt eine kurze Statistik zum eigenen Account.
Ich hoffe, dass diese Informationen helfen werden Twitter etwas besser zu verstehen und Twitter gezielt selbst einzusetzen. Für weitere Informationen gibt es auch meinen Tweet.
















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