New York City 2008

Wohnungssuche in New York

Guido Kluck Erstellt von Guido Kluck am 24. Oktober, 2008; um 4:51 Uhr.
Weitere Informationen zum Autor erhalten Sie unter http://www.supportbusiness.de
Alle Beiträge von Guido Kluck

Am nächsten Tag ging es dann tatsächlich auf Wohnungsbesichtigung. Ich hatte über einen Kontakt in NYC erfahren, dass es bis zur 125th St relativ problemlos und ungefährlich sei, auch wenn es schon Harlem wäre. Die erste Wohnung lag dann auch in der 113rd St in Harlem und ich habe mich mit der U-Bahn dorthin aufgemacht, was relativ simpel war, da die U-Bahn vom Kolping House bis quasi zur 113rd St fuhr. Als ich dann an der 112th St aus der Subway kam fiel mein Blick als allererstes auf einen SUV mit 4 aufgestochenen Reifen. OK … Harlem. Als ich mich umdrehte sah ich die typische amerikanische Häuserfront mit Treppenaufgängen zu den Eingangstüren. Und vor jedem 2. oder 3. Aufgang saßen einige Jungs - auf Gangster getrimmt - und schauten den weißen Kerl in Harlem mit großen Augen an. Ich kam mir vor als wäre ich im Film von 50 Cent “Get Rich or Die Tryin´” gelandet. Nichts desto trotz habe ich mich dann aufgemacht zur 113rd St.

Dort angekommen wurde mir auch nach nochmaligen telefonischem Kontakt die Tür geöffnet und ich ging hoch. Der Vermieter, ca. 40 Jahre verkaufte Bücher über Amazon und erzählte mir dann erstmal 45 Minuten sein Leben und zeigte mir während dessen ein Zimmer, welches absolut OK war. Es war kein tolles Zimmer, aber es sollte ja auch nur zum Schlafen dienen. Nachdem der Typ mir dann sein Leben erzählt hatte und mit mir schon irgendwelche Deals aus dem Bereich Internet machen wollte kam ich dann endlich dazu meine Fragen zu stellen. Die wohl interessanteste Frage war die nach der Sicherheit der Nachbarschaft.

Hierauf erklärte mir der freundliche Mann, dass die Nachbarschaft absolut sicher sei. Er würde selbst seit 2 Jahren dort leben und ihm sei auch noch nichts passiert und er sei schließlich auch weiss. OK, dachte ich. Nach einem kurzen Stirnrunzeln räusperte er sich und meinte, dass ich allerdings aussähe wie ein typischer New Yorker Cop (was auch immer das heißen soll) und er können nicht einschätzen wie die Brüder auf der Straße das spät abends beurteilen würden und hierauf reagieren würden. Und nachdem das Thema dann für mich schon quasi erledigt war, bestärkte er mich noch in meiner Entscheidung. Er erzählte mir nämlich, dass hier tagsüber und vor allem nachts regelmäßig geschossen würde und man das sowohl hören als auch riechen würde. Nach einiger Zeit würde man sich aber nicht mehr erschrecken und riechen würde es ja schließlich sehr gut, so dass das eigentlich kein Grund wäre das Zimmer nicht zu mieten.

Die nächste Wohnung war dann in der Upper East Side auf der 82th St, was sicherlich eine der schönsten Wohngegenden in New York ist. Der Typ hatte mit “Studio” inseriert. Kostenpunkt: 1250 Dollar pro Monat. Ein Studio in New York muss allerdings nicht besonders groß sein, was mir bis dahin nicht zwingend bewußt war. An der besagten Adresse zum vereinbarten Zeitpunkt angekommen stellte ich fest, dass es ein Doorman-Building war. Ich melde mich also bei dem muffeligen Typen am Eingang an und er telefonierte und wies mir dann einen Aufzug zu. In der Wohnung angekommen begrüßte mich ein wirklich freundlicher Typ, Mitte 40, und bat mich herein. Das Studio war ca. 30 qm groß zzgl. kleinem Bad und Mini-Küche und insgesamt vielleicht 45 qm. In diesem Studio wurde auch kein Bedroom gemietet, wie sonst üblich, sondern in dem 30qm großen Raum standen zwei Betten und sein Schreibtisch. Dazu ein TV und DVD Player auf dem Boden. 1250 Dollar!! Auch das war nicht unbedingt das, was ich wollte, auch wenn mich weder störte, dass der Typ offene Badezimmer bevorzugt und schwul war, denn er merkte an, dass er weder nackt schlafen würde, noch mich unter der Dusche selbst stören würde.

Die dritte Wohnung lag in Chinatown. Eigener Bedroom und für 1100 Dollar. Eckdaten stimmten also. Auch die Vermieterin schien telefonisch sehr nett zu sein. Also machte ich mich auf den Weg. Dort angekommen telefonierte ich die Vermieterin an, weil es in diesem Haus keine Klingel gab. Es war anscheinend vor der Entwicklung der Klingel gebaut und seitdem niemals restauriert worden, was ich mir als Grund für die fehlende Klingel überlegte. Die Vermieterin war Anfang 30 und wirklich sehr nett. Oben in der Wohnung angekommen zeigte sie mir einen Raum, der direkt links neben der Eingangstür lag. Als ich in das Zimmer blickte sah ich zunächst eine irgendwo ausrangierte Pritsche, welche das Bett (laut Anzeige: Kingsizebed) darstellen sollte. Das Bed stand auf einem löchrigen Boden und wurde von ebenso löchrigen Wänden umstellt. Insgesamt war es vielleicht 7-8qm groß. Abgerundet wurde das Bild dieses “Lochs” durch ein undichtes und ebenfalls mit Löchern versehenen Fenster, was für die Winterzeit in New York sicherlich nicht die beste Idee ist.

Aber schließlich bin ich dann doch fündig geworden, da ich weiterhin telefonierte. Ich hatte Kontakt zu Rosie aufgenommen, die ein Zimmer in der Lower East Side vermietete und das für einen relativ humanen Kurs. In der Lower East Side angekommen war die Orientierung etwas schwierig, weil das übliche Straßensystem Ave und nummerierte Straßen aufhört und die Straßen plötzlich Namen haben. Aber auch diese Wohnung habe ich gefunden und mir öffnete eine ca. 50jährige Frau die Tür und begrüßte mich. Das Haus ist ein typisches New Yorker Haus mit 21 Stockwerken und entsprechendem Platz für eine Vielzahl an Mietern. Rosie zeigte mir ein Zimmer, welches das mit Abstand beste Zimmer war, welches ich mir angeschaut hatte. Es war tatsächlich mit einem amerikanischen Doppelbett, Schrank und zwei Kommoden sowie einem Kleiderschrank ausgestattet. Die Wände haben keine Löcher und die Fenster schienen dicht zu sein. Abgerundet wurde das Zimmer mit einer Klimaanlage und einem TV, was ich nun in NYC nicht unbedingt brauche. Aber insgesamt stimmte die Wohnung, die Einrichtung des Zimmers und auch die Vermieterin war sehr nett. Zuschlagen war also angesagt und nach einer Woche Suche und Besichtigung bin ich dann von der Upper East Side in die Lower East Side gezogen.

Für alle, die mal nach New York wollen kann man sagen, dass die Lower East Side zwar auf den ersten Blick nicht unbedingt wie eine sichere Wohngegend aussieht, sie es aber dennoch ist. Wer trotzdem die Möglichkeit hat in der Upper East Side zu wohnen sollte es tun. Die Upper East Side und auch die Upper West Side sind sicherlich die besten und schönsten Wohngegenden in New York.

bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark

Ähnliche Artikel

  • 24. Oktober 2008 -- Tag 1 in New York
  • 3. März 2009 -- Über diesen Blog
  • 14. Dezember 2008 -- NYPD - Dein Freund und Helfer


Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag weiterempfehlen Diesen Beitrag weiterempfehlen
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading ... Loading ...
    Diesen Beitrag an Twitter senden

  • Trackback URL
  • Comments feed for this post
  • Tags: Chinatown, Harlem, Lower East Side, New York, Upper East Side, Upper West Side, Wohnungssuche

Leave a Reply

Antworten abbrechen.

magazine control

Abonnieren

  • Beitraege als Newsfeed
  • Kommentare als Newsfeed
    • Seiten

      • Impressum
      • Kontakt
      • support magazine mobile
      • Über diesen Blog
    • Kategorien

      • Allgemeines
      • Allgemeines Zivilrecht
      • Internet
      • Marketing
      • New York City 2008
      • Rechtsprechung
      • Short News
      • support business
      • support magazine
      • Wirtschaft
    • Live Search

      Results

    • Tag Cloud

      Namen Blog Der Marke Marketing Presseportale Berlin Twitter Regel support business New York Google Wikipedia Web manhattan Olg Gericht Pressemeldung Verbraucher IPhone E Mail Bundesgerichtshof Bild Kollegen New Yorker Instanz Ipod Logo Der Welt msn Vertrag Deutsch Website Blackberry Pressemeldungen Barack Obama Kostenlose Pressemitteilung Ebay Bgh support magazine Marketings Mail Unternehmer unternehmen Pressemitteilung Blogs

    Administration

    Design by support business

    Valid XHTML & CSS.

    © support magazine. All rights reserved.

    Nach oben